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Wiesel im Tiefflug; Bundeswehr testet Fallschirmabwurf für gepanzerte Waffenträger

Image: from MilitarUa X @MilitarUa_

Von Open Chronicle Staff mit Agenturen

BERLIN – In einem bedeutenden Schritt zur Modernisierung ihrer Luftlandekapazitäten hat die Bundeswehr erfolgreich Tests zum Abwurf des gepanzerten Waffenträgers „Wiesel“ aus Transportflugzeugen des Typs Airbus A400M durchgeführt. Damit erhält die Truppe erstmals die Fähigkeit, schwere Feuerkraft direkt aus der Luft ins Einsatzgebiet zu bringen, ohne auf gesicherte Landebahnen angewiesen zu sein.

Strategische Flexibilität für die Luftlandetruppe

Bisher war der Transport des kompakten Kettenfahrzeugs vor allem auf Hubschrauber wie den CH-53 oder den Transport per Landung in der A400M beschränkt. Der nun erprobte Fallschirmabwurf markiert eine Zäsur: Fallschirmjäger können nun zusammen mit ihren Unterstützungsfahrzeugen direkt über dem Zielgebiet abspringen.

Die Tests wurden unter der Leitung des Wehrtechnischen Dienstes für Luftfahrzeuge und Luftfahrtgeräte (WTD 61) in Zusammenarbeit mit der Luftlandebrigade 1 durchgeführt. Ein Video der Bundeswehr zeigt, wie der Wiesel in einem speziellen Käfig – dem ATAX-Fallschirmsystem des britischen Herstellers IrvinGQ – aus der Heckrampe einer A400M rollt und an drei Fallschirmen zu Boden gleitet. Wiederverwendbare Airbags dämpfen den Aufprall, sodass die Besatzung das Fahrzeug sofort nach der Landung einsatzbereit vom Palettensystem fahren kann.

„Die kleine Bestie“ mit großer Wirkung

Der Wiesel, aufgrund seiner geringen Größe oft als „Tankette“ bezeichnet, wurde bereits in den 1970er Jahren von Porsche entwickelt, um Infanterieeinheiten mobile Panzerabwehr- und Feuerunterstützungskapazitäten zu bieten. Mit einem Gewicht von weniger als fünf Tonnen ist er leichter als ein gepanzerter US-Humvee, verfügt aber über eine beachtliche Bewaffnung.

Die gängigsten Varianten umfassen:

  • Wiesel 1 MK: Ausgestattet mit einer 20-mm-Maschinenkanone.

  • Wiesel 1 MELLS: Bewaffnet mit dem Panzerabwehrsystem Spike.

  • Ozelot: Eine Flugabwehrvariante mit Stinger-Raketen.

Reaktion auf veränderte Bedrohungslagen

Die Einführung dieser Abwurfkapazität ist Teil der umfassenden Transformation der Bundeswehr („Zeitenwende“). Angesichts der veränderten Sicherheitslage in Europa verschiebt sich der Fokus von internationalen Stabilisierungseinsätzen hin zur hochintensiven Landes- und Bündnisverteidigung an der NATO-Ostflanke.

Zwar bietet die dünne Panzerung des Wiesels nur Schutz gegen Handwaffen und Splitter, doch seine Mobilität und die Fähigkeit, nun punktgenau (innerhalb eines 200-Meter-Radius zum Zielpunkt) abgesetzt zu werden, erhöhen den taktischen Wert der Luftlandebrigaden massiv. In Zukunft soll das ATAX-System auch für das Nachfolgemodell, den „Luftbeweglichen Waffenträger“, sowie für unbemannte Bodenfahrzeuge genutzt werden.

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