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Lufthansa-Kabinenpersonal streikt: Hunderte Flüge in Deutschland gestrichen

Image: from WELT X @welt

Von Open Chronicle Staff mit Agenturen

Frankfurt am Main / München – Ein massiver Streik des Lufthansa-Kabinenpersonals hat am Freitag den Flugverkehr an den beiden größten deutschen Drehkreuzen weitgehend lahmgelegt. Mehr als 90.000 Passagiere saßen fest, nachdem die Fluggesellschaft Hunderte Verbindungen streichen musste.

Chaos an den Drehkreuzen Frankfurt und München

Am Flughafen Frankfurt, dem wichtigsten internationalen Luftfahrtknotenpunkt des Landes, wurden rund 580 der geplanten 1.350 Starts und Landungen abgesagt. Auch in München, dem zweiten großen Hub der Airline, kam es zu massiven Beeinträchtigungen: Hier fielen etwa 400 Flüge den Arbeitsniederlegungen zum Opfer.

Der eintägige Warnstreik, zu dem die Unabhängige Flugbegleiter-Organisation (UFO) aufgerufen hatte, begann kurz nach Mitternacht und endete um 22:00 Uhr Ortszeit. Auch die Kabinenbeschäftigten der Regionaltochter Lufthansa CityLine beteiligten sich an insgesamt neun deutschen Flughäfen an dem Ausstand.

Vorwürfe der Gewerkschaft

Der Vorsitzende der UFO, Joachim Vazquez Bürger, kritisierte das Management der Lufthansa scharf. Er warf dem Konzern vor, kein verhandlungsfähiges Angebot vorgelegt zu haben. Laut Bürger wäre das Chaos „vermeidbar gewesen“.

„Wir haben bewusst darauf verzichtet, während der Osterfeiertage zu streiken, um den Reiseverkehr nicht zu gefährden. Dennoch trifft dieser Streik am Freitag nun viele Rückkehrer am Ende der Ferienzeit hart“, erklärte Bürger.

Die Gewerkschaftsmitglieder hatten Ende März mit überwältigender Mehrheit für Streiks gestimmt, nachdem die Tarifverhandlungen über höhere Löhne und bessere Arbeitsbedingungen gescheitert waren.

Reaktion der Lufthansa

Die Lufthansa forderte Reisende dazu auf, den Status ihres Fluges vor der Abfahrt zum Flughafen online zu prüfen. Betroffene Passagiere seien nach Angaben des Unternehmens automatisch benachrichtigt worden.

Um die Auswirkungen abzufedern, setzte die Airline einen Notfallplan um:

  • Zusatzflüge durch Tochtergesellschaften, die nicht vom Streik betroffen waren.

  • Einsatz von größeren Maschinen auf bestimmten Strecken, um mehr Passagiere gleichzeitig zu befördern.

  • Umbuchungen auf die Deutsche Bahn für innerdeutsche Verbindungen.

Serie von Arbeitskämpfen

Der Streik am Freitag ist der vorläufige Höhepunkt einer Reihe von Tarifkonflikten bei der Lufthansa in diesem Jahr. Bereits Mitte Februar hatten die Flugbegleiter der UFO gemeinsam mit der Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit die Arbeit niedergelegt und für ähnliche Ausfälle gesorgt. Experten befürchten, dass ohne eine Einigung in den kommenden Wochen weitere Wellen von Arbeitsniederlegungen drohen könnten.

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