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Open Chronicle Deutschland
Das überraschende Ausscheiden der deutschen Nationalmannschaft gegen Paraguay bei der FIFA-Weltmeisterschaft 2026 hat in Deutschland eine Welle scharfer Kritik ausgelöst. Nach der Niederlage im Elfmeterschießen sprechen zahlreiche Medien von einem historischen Rückschlag und stellen die Zukunft von Bundestrainer Julian Nagelsmann offen infrage.
Die Enttäuschung ist groß, denn Deutschland scheiterte bereits zum dritten Mal in Folge bei einer Weltmeisterschaft deutlich früher als erhofft.
„Deutschland ist nicht mehr Deutschland“
Besonders deutlich formulierte es die Zeitung Der Tagesspiegel, die nach dem Ausscheiden schrieb: „Deutschland ist nicht mehr Deutschland.“ Diese Einschätzung wurde von zahlreichen Medien aufgegriffen und steht sinnbildlich für die aktuelle Stimmung im deutschen Fußball.
Auch die Deutsche Welle zog ein ernüchterndes Fazit. Erstmals in der Geschichte verlor Deutschland ein WM-Spiel im Elfmeterschießen. Zudem habe die Mannschaft erneut das Spiel des Gegners angenommen, anstatt selbst das Geschehen zu kontrollieren.
Für viele Kommentatoren reiht sich das Turnier nahtlos in die enttäuschenden Weltmeisterschaften der vergangenen Jahre ein.
Kritik an Spielweise und Chancenverwertung
Die Wochenzeitung Die Zeit bemängelte insbesondere die fehlende Kreativität der deutschen Mannschaft. Gegen die kompakte Defensive Paraguays habe das Team kaum klare Torchancen herausgespielt.
Auch die Frankfurter Allgemeine Zeitung sprach von einem „katastrophalen Turnierende“ und kritisierte unter anderem die mangelhafte Zuordnung beim Gegentreffer von Julio Enciso.
Die Süddeutsche Zeitung griff die von der FIFA eingeblendete Dominanzgrafik auf und beschrieb sie mit einem ungewöhnlichen Vergleich: Während die deutsche Kurve wie das Himalaya-Gebirge ausgesehen habe, erinnere die paraguayische Linie an die norddeutsche Tiefebene.
Einzelne Spieler im Fokus
Besonders scharf fiel die Kritik an Deniz Undav aus, der erstmals bei diesem Turnier in der Startelf stand.
Nach Einschätzung von Die Zeit blieb der Stürmer über weite Strecken nahezu unsichtbar. Ballkontakte seien selten gewesen und selbst aussichtsreiche Situationen habe er nicht nutzen können.
Auch die übrige Mannschaft blieb nicht von Kritik verschont. Die Frankfurter Allgemeine Zeitung sprach von vielen guten Ergänzungsspielern, aber zu wenigen echten Weltklassespielern, die in entscheidenden Momenten Verantwortung übernehmen könnten.
Berichte über Unruhe hinter den Kulissen
Der ehemalige Weltmeister Lothar Matthäus berichtete in einer Fernsehsendung der Bild, dass es während des Turniers interne Spannungen gegeben habe.
Demnach habe es Diskussionen über Reiseorganisation, Hotelreservierungen und den Umgang mit Familienangehörigen der Spieler gegeben. Einige Profis seien unzufrieden gewesen, weil unterschiedliche Regeln für Besuche ihrer Familien gegolten hätten.
Matthäus sprach von zahlreichen Problemen hinter den Kulissen, die bislang nicht öffentlich bekannt gewesen seien.
Forderungen nach einem Trainerwechsel
Die deutlichsten Konsequenzen fordern viele Medien für Bundestrainer Nagelsmann.
Die Welt erklärte, die Nationalmannschaft benötige einen vollständigen Neustart und damit zwangsläufig auch einen neuen Trainer. Sollte Nagelsmann dies selbst nicht erkennen, müsse der Deutsche Fußball-Bund entsprechende Entscheidungen treffen.
Als Wunschkandidat wird immer wieder Jürgen Klopp genannt. Mehrere Kommentatoren sehen in ihm den idealen Trainer für einen Neuaufbau der Nationalmannschaft.
Klopp selbst wollte sich auf eine mögliche Übernahme jedoch nicht festlegen. Im Gespräch mit MagentaTV erklärte er, darüber noch nicht nachgedacht zu haben. Gleichzeitig machte er deutlich, dass sich im deutschen Fußball grundsätzlich etwas ändern müsse.
„Wir sind Deutschland im Fußball. Um das wieder zu werden, müssen wir die Situation jetzt richtig lösen“, sagte Klopp.
Deutsche Fußballkrise erreicht neuen Höhepunkt
Mit dem erneuten frühen WM-Aus steht der deutsche Fußball vor einer der schwierigsten Phasen seiner jüngeren Geschichte. Nach mehreren enttäuschenden Turnieren wächst der Druck auf den Deutschen Fußball-Bund, grundlegende Veränderungen vorzunehmen.
Ob diese bei der Trainerposition beginnen oder tiefgreifendere Reformen im Nachwuchs- und Verbandsbereich nach sich ziehen, dürfte die deutsche Fußballöffentlichkeit in den kommenden Wochen intensiv beschäftigen.